Schloss Tollet

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             Schloss Tollet (März 2009)
 
      Die erste Befestigungsanlage auf einem Hügel über dem Trattnachtal wurde von Ortlof v. Tollet im Jahre 1170 erbaut. Er wurde zum Namensgeber des
      ersten Sitzes und später auch der ganzen Ansiedlung. Es war damals sicherlich keine Burg im heutigen Sinn, sondern vermutlich ein befestigter Holzbau
      mit Palisaden und Gräben.
     
      Erweitert wurde die Anlage, als sie 1331 in den Besitz der Lehrbichler kam, die vermutlich wie der erste Besitzer dem Ritterstand angehörten und Tollet zu
      Lehen von Ort am Traunsee bekamen.
 
      Die nächsten Besitzer stammten aus dem berühmten Geschlecht der Jörger. Durch Heirat mit Dietmut von Lehrbichel gelangte im 14. Jahrhundert
      Helmhart IV. Jörger in Besitz des Schlosses. Die Jörger waren ein in der Gegend ansässiges Adelsgeschlecht. Ursprünglich stammten sie aus St. Georgen
      bei Tollet, wo ihre ersten Burgen standen.
 
      Die Jörger stiegen im Laufe der Zeit zu den höchsten Ämtern im Staat auf und erwarben riesige Besitztümer und zahlreiche Schlösser und Edelsitze.
      Einer der berühmtesten Vertreter der Tolleter Linie war Wolfgang Jörger IV., der nicht nur zum Freund Kaiser Maximilians I., sondern auch 1513 zum
      Hauptmann ob der Enns wurde.
 
      Seine Frau Dorothea und seine Kinder waren Protestanten der ersten Stunde. Seine Söhne studierten in Deutschland und lernten Luther persönlich kennen,
      Dorothea stand nach dem Tod ihres Mannes in regem Briefkontakt mit Martin Luther: Dieser sandte ihr auch den ersten lutherischen Prediger Oberösterreichs,
      Martin Stifel, nach Tollet.
 
      Der protestantische Glaube wurde für das Geschlecht der Jörger so wichtig, dass sie den neuen Glauben selbst in der Zeit der Gegenreformation mit allen
      Mitteln verteidigten. Dieses Festhalten an Luthers Lehren sollte letztendlich zum Untergang des Geschlechtes führen.
 
      Hans V. Jörger von Tollet ließ das Schloss zwischen 1601 und 1611 neu im Stil der Renaissance erbauen. Sein Name findet sich auch im Stuck des
      Festsaales im ersten Stock.  Doch er sollte auch den Untergang der Jörger von Tollet erleben. Er war Vertreter der evangelischen Stände und stelle sich
      offen gegen die Pläne zur Rekatholisierung Kaiser Ferdinands, er lehnte sogar dessen Huldigung ab. Wegen Hochverrates angeklagt, konnte er durch ein
      Bittgesuch zwar sein Leben retten, verlor aber fast seinen ganzen Besitz, darunter auch sein Stammschloss Tollet.
 
        
     
      Tollet ging daraufhin um 1625 zu einem Schleuderpreis an den ärgsten Feind der Protestanten, an den verhassten Statthalter Adam Graf Herberstorff, der
      traurige Berühmtheit durch das Frankenburger Würfelspiel erlangt hatte. Lange erfreute er sich jedoch nicht seines Besitzes, er starb schon sechs Jahre
      später.
 
      Das Schloss wurde an die Familie Sprinzenstein verkauft, in deren Besitz es bis 1750 blieb. Danach wechselten die Besitzer häufig (Fueger, Stieber,
      Peckenzell, Bocella (1831) Stremayr).
 
      Erst als das Schloss 1846 an die Familie Revertera kam, wurden wieder Maßnahmen zur Verschönerung und Renovierung getroffen. So wurde eine
      Straßenkehre statt der äußerst steilen Steigung angelegt, das Schloss neu verputzt und 1869 wurde neben der Taverne über dem ausgefüllten Burggraben
      ein Stallgebäude nach englischem Muster erbaut. Die anderen Nebengebäude wurden nach und nach abgerissen.
 
      Unter Friedrich Revertera wurde statt des steilen Satteldaches ein Dach mit Steil- und Flachflächen aufgesetzt und der Turm aufgestockt und etwas umgeformt.
      Im Großen und Ganzen blieb der Charakter des Baues aber seit der Renaissance erhalten. Die Abschlussgitter des Hofumganges stammen aus dem
      Jahr 1607 und umfassen 48 Felder mit 46 verschiedenen Motiven.
 
      Im Jahr 2002  wurde Schloss Tollet von AREV Immobilien erworben und mit der Renovierung begonnen, die 2009 ihren Abschluss fand.

 

 

 

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